{"id":25,"date":"2017-09-04T04:44:00","date_gmt":"2017-09-04T04:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=25"},"modified":"2022-03-14T13:49:58","modified_gmt":"2022-03-14T13:49:58","slug":"aller-anfang-ist-auch-manchmel-schwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=25","title":{"rendered":"Aller Anfang &#8230; ist auch manchmel schwer"},"content":{"rendered":"<p>Einen Wecker brauchen wir traditionell eigentlich nicht, wenn wir uns in der Nacht vor dem Abflug zu einer \u00dcbersee-Reise noch einmal auf&#8217;s Ohr legen, denn wirklich schlafen k\u00f6nnen wir trotz aller vermeintlichen Routine nie. Und so sind wir auch alle bereits um 3:30 Uhr mehr oder weniger frisch und munter in unserer K\u00fcche versammelt, um uns dort bei aller Unausgeschlafenheit erst mal geh\u00f6rig auf die Nerven zu gehen. Zum Gl\u00fcck ist unser Flughafen-Shuttle mehr als p\u00fcnktlich und wir k\u00f6nnen endlich in das neue Abenteuer starten.<\/p>\n<p>Ein echtes Durchstarten ist es aber erst mal nicht, denn so schnell und stressfrei wir durch den Security-Check am M\u00fcnchner Flughafen kommen, im Flieger ist erst mal Schluss mit z\u00fcgigem Vorankommen. Erst gibt&#8217;s Geschiss mit dem Gep\u00e4ck-Workflow, dann wird in Amsterdam eine Landebahn geschlossen, was uns dazu zwingt, eine Stunde l\u00e4nger als geplant in M\u00fcnchen auf dem Vorfeld zu parken. Die Ank\u00fcndigung unseres Flugkapit\u00e4ns, dass m\u00f6glicherweise nicht alle Anschlussfl\u00fcge erreicht werden k\u00f6nnen, treibt uns bereits erste Schwei\u00dfperlen auf die Stirn. Aber apropos Gep\u00e4ck: Liebe KLM-Bodencrew, falls es bei Euch einen internen Wettbewerb geben sollte, wer welches Gepckst\u00fcck aus der maxmial gr\u00f6\u00dften Entfernung noch ins Flugzeug werfen kann, dann macht das doch bitte k\u00fcnftig mit Sands\u00e4cken und nicht mit unseren doch nicht ganz g\u00fcnstigen Koffern. Die sehen n\u00e4mlich jetzt aus, als h\u00e4tten sie schon unsere Gro\u00dfeltern in Kriegszeiten verwendet.<\/p>\n<p>In Amsterdam bricht dann zun\u00e4chst mal etwas hektische Aktivit\u00e4t aus, denn wir m\u00fcssen in sportlichen 40 Minuten zu unserem Gate im anderen Abflugmodul. Wir schaffen es noch gerade so, am Gate ist au\u00dfer uns schon kein Mensch mehr, da wird kurz vor dem Einsteigen noch mal ein Mitglied unserer Gruppe zur separaten und h\u00f6chst ausf\u00fchrlichen Inspektion gebeten. Hinweise auf Sprengstoff sind das begehrte Ziel der Kontrolleure, die die Sache aber wesentlich Gelassener und mit mehr Humor betrachten, als wir das im Moment k\u00f6nnen. Unsere Chef-Stewardess unterstreicht die inzwischen leicht angepsannte Situation noch mit einem &#8222;Ah, da sind Sie ja, wir haben Sie schon fr\u00fcher erwartet&#8220;, dann kann es aber endlich losgehen.<\/p>\n<p>Elf Stunden Flug vergehen tats\u00e4chlich so langsam, wie elf Stunden Flug eben vergehen, wirklich sehr langsam. Ich muss feststellen, dass auch die neuesten Gadgets aus dem Bereich der Travel Pillows hieran nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen, trotz State of the Art-Reisekissen und Ohrst\u00f6pseln ist an Schlaf so gut wie nicht zu denken. Irgendwann ist es aber dann \u00fcberstanden und die letzte STunde im Anflug auf Los Angeles wird dann schon von den begeisterten und erstaunten Ausrufen unseres Herdenbabys bereichtert, das sich an den landschaftlichen Besonderheiten gar nicht satt sehen kann.<\/p>\n<p>Wie gewohnt verl\u00e4uft der eigentliche Vorgang der Einreise in die USA z\u00fcgig und von der Hilfsbereitschaft des Flughafenpersonals unterst\u00fctzt ab. Wir d\u00fcrfen wieder an einen speziellen Schalter zu einem diesmal weiblichen Immegration Officer und dort unsere biometrischen Besonderheiten hinterlassen. Gefragt werden wir diesmal kaum etwas, die Dame, die fr\u00fcher vermutlich mal einen Kampfpanzer durch ein Kriegsgebiet gesteuert hat, bevor sie ihren jetzigen Job antreten durfte, ist an Small Talk eher nicht interessiert, soll uns aber nur recht sein. Die n\u00e4chste wirklich unsch\u00f6ne \u00dcberraschung dann bei der Gep\u00e4ckabholung. Wir warten fast 30 Minuten, trotzdem kommen nur zwei unserer insgesamt drei aufgegebenen Gep\u00e4ckst\u00fccke vorbei. Eine Nachfrage beim zust\u00e4ndigen Mitarbeiter ergibt schnell, dass es sechs Koffer leider nicht von Amsterdam nach Los Angeles geschafft haben, dabei auch das nagelneue Prunkst\u00fcck des Herdenbabys. Das ist nat\u00fcrlich bitter, wenn der erste USA-Trip mit so einem Bl\u00f6dsinn starten muss. Die Dame vom Gep\u00e4ckservice verspricht, dass der Koffer vermutlich schon am Folgetag an unser Hotel nachgeschickt wird, sp\u00e4testens aber am Tag darauf. Erst auf Nachfrage teilt sie mir mit, dass wir jetzt 100 Dollar ausgeben d\u00fcrfen, um wenigstens ein paar Klamotten zu kaufen, das ist im Zeitplan nat\u00fcrlich nicht vorgesehen, aber hilft ja auch nix.<\/p>\n<p>Weiter geht es durch den Zoll, diesmal auch reichlich unspektakul\u00e4r und ohne gro\u00dfe R\u00fcckfragen. Nat\u00fcrlich habe ich wieder die obligatorischen Gummib\u00e4rchen im Gep\u00e4ck, das macht mir inzwischen aber nat\u00fcrlich auch keine Bauchschmerzen mehr :-).<\/p>\n<p>Im Bus zu Alamo sind wir fast die einzigen Fahrg\u00e4ste, und auch bei Alamo selbst ist die Schlange an den Countern \u00fcberschauber kurz. Der Mitarbeiter dort zeigt uns bunte Bildchen von Automodellen und erkl\u00e4rt uns, dass der riesige jeep Grand Cherokee wesentlich mehr Platz f\u00fcr unser Gep\u00e4ck bietet, als das von uns vorgebuchte Midsize SUV. In Mathe hat er also scheinbar aufgepasst. Kommunikativ ist er leider nicht so gut aufgestellt, denn unsere Beteuerungen, dass wir nicht f\u00fcr 25 $ am Tag ein Upgrade auf die h\u00f6here Kategorie buchen m\u00f6chten, ignoriert er mit Beharrlichkeit, bis ihm dann aufzugehen scheint, dass er bei uns kein Gesch\u00e4ft machen wird. Drau\u00dfen k\u00f6nnen wir uns dann unter den verf\u00fcgbaren Fahrzeugen eines aussuchen, ein sch\u00f6ner roter Pathfinder wie vor sechs Jahren ist leider nicht dabei, insgesamt wirken die Autos schon alle recht ramponiert und die \u00fcberschaubare Auswahl l\u00e4\u00dft uns doch l\u00e4nger zwischen den verf\u00fcgbaren Modellen hin- und herlaufen. Wir entscheiden uns schlie\u00dflich f\u00fcr einen farblich unauff\u00e4lligen Dodge Journey. Mit einem \u00e4hnlichen Modell sind wir 2013 an der Ostk\u00fcste ganz gut gefahren.<\/p>\n<p>Die ersten Kilometer durch den Wochenendverkehr von Los Angeles sind wie immer ein gro\u00dfes Abanteuer, gerade wenn man aus der Airport Area erst mal raus muss. Unser Hotel ist aber nur vier Meilen entfernt und wir erreichen es ziemlich z\u00fcgig. Das Courtyard in El Segundo sieht aus wie alle anderen Hotels dieser Kette, in denen wir bisher \u00fcbernachtet haben, das Zimmer ist vergleichsweise klein und das dritte Bett besteht aus einem eher unbequemen Sofabett.<\/p>\n<p>Bevor wir unsere ersten Erkundungsg\u00e4nge machen k\u00f6nnen, muss ich erst noch ein paar Telefonate f\u00fchren. Leider erweisen sich die Ergebnisse erst mal als Stimmungskiller. Ich muss erfahren, dass man an unserem Ausflugsziel f\u00fcr den Folgetag nichts davon wei\u00df, dass ich dort im Voraus eine Tour gebucht habe. Das k\u00f6nnte ich zwar auch jetzt noch machen, unser Zeitplan kommt damit aber etwas durcheinander und wir m\u00fcssen damit auf einen entspannten Vormittag am Strand wohl verzichten, naja &#8230; Als n\u00e4chstes m\u00f6chte ich unser n\u00e4chstes Hotel informieren, dass man dort eventuell einen Koffer f\u00fcr uns hinschicken wird und sie ihn doch bitte annehmen sollen. &#8222;Alles sch\u00f6n und gut&#8220;, sagt die Dame am anderen Ende zu mir, &#8222;ich kann aber keine Buchung unter Ihrem Namen finden&#8220;. Witzig? Nicht so richtig. Ein Anruf beim Buchungsdienstleister kann das Problem nach l\u00e4ngerer Wartezeit in der Warteschlange dann l\u00f6sen, es gibt nat\u00fcrlich eine Buchung und es wird nicht ganz klar, wo eigentlich das Problem gelegen hat.<\/p>\n<p>Wir machen uns dann endlich auf, in einem Supermarkt ein paar grunds\u00e4tzliche Dinge f\u00fcr unseren On The Road-Alltag zu erwerben, haupts\u00e4chlich Getr\u00e4nke und Snacks. Es gibt dann auch noch ein paar Klamotten f\u00fcr das Herdenbaby, auf die sicher total unkomplizierte R\u00fcckabwicklung bei KLM bin ich schon jetzt richtig gespannt.<\/p>\n<p>Speziell ich bin zu diesem Zeitpunkt schon so m\u00fcde, dass ich eigentlich nichts dagegen h\u00e4tte, nur noch ins Bett zu fallen, obwohl es erst kurz nach f\u00fcnf Uhr am nachmittag ist. Weil der Plan aber vorgesehen hat, dass wir wenigstens einen kurzen Abstecher nach Downtown LA unternehmen, das Schafi aber ein bisschen Sorgen bez\u00fcglich seiner Fahrt\u00fcchtigkeit hat, wird mal wieder was neues ausprobiert und ich kann endlich mal die auf meinem Smartphone vor sich hinstaubende App von Uber testen. Dieser bei uns ja eher stiefm\u00fctterlich behandelte und aus den St\u00e4dten getriebene Service erfreut sich hier gro\u00dfer Beliebtheit, und es dauert keine f\u00fcnf Minuten, bis der angek\u00fcndigte Toyota mit unserem chinesischen Fahrer eintrifft. Auch wenn dieser zun\u00e4chst nicht begeistert \u00fcber das Fahrziel zu sein scheint, verbringen wir mit ihm kurzweilige 40 Minuten, er spricht viel mit uns und bei Ausl\u00e4ndern in den USA hat man sowieso immer nicht so viel Angst, etwas falsches zu sagen, da kann auch ich erst mal richtig gut \u00fcben und wieder etwas in den korrekten Gebrauch der Sprache finden.<\/p>\n<p>Erstes Ziel in Downtown ist dann das Hard Rock Caf+e, danach erfreuen wir uns ein bisschen am inzwischen erwachten Leben am Hollywood Boulevard,, das sorgt schon eher f\u00fcr etwas Urlaubsstimmung, vor allem das Herdenbaby kann sich nicht beruhigen. N\u00e4chstes und letztes Ziel ist dann das High Voltage Tattoo Studio von Kat van D. Auf dem Weg dort hin stoppen wir aber erst mal f\u00fcr ein l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lliges Abendessen. Die Wahl f\u00e4llt auf das etwas abseits liegende und menschenleere Hollywood Rolls, ein Pok\u00e9-Restaurant. Das Schafi ist anfangs noch etwas skeptisch und sieht sich schon im Burger King nebenan einkehren, ist dann aber von seinem Gericht so begeistert, dass es dazu nicht mehr kommt. Wer hier mal vorbeikommt, wir k\u00f6nnen den Besuch absolut empfehlen.<\/p>\n<p><img data-wpid=\"8\" src=\"http:\/\/blindfish-and-sheep.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/wp-image-1710012082.jpg\" class=\"size-full\"><\/p>\n<p>Der Stop\t im High Voltage erweist sich letztlich leider als letzter Reinfall des Tages, an der T\u00fcr h\u00e4ngt ein Zettel, dass man ausgerechnet heute etwas fr\u00fcher schlie\u00dfen musste, das Herdenbaby ist traurig, tr\u00e4gt es aber mit Fassung.<\/p>\n<p>Auf der R\u00fcckfahrt zum Courtyard erwischen wir diesmal einen sehr schweigsamen Fahrer, was nicht weiter schlimm ist, denn uns allen fallen auf der Fahrt schon mehrfach die Augen zu. Zur\u00fcck am Hotel fallen wir fast noch angezogen in die Betten, gerade erst kurz vor elf, schwache Leistung :-).<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Wecker brauchen wir traditionell eigentlich nicht, wenn wir uns in der Nacht vor dem Abflug zu einer \u00dcbersee-Reise noch einmal auf&#8217;s Ohr legen, denn wirklich schlafen k\u00f6nnen wir trotz aller vermeintlichen Routine nie. 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