{"id":30,"date":"2017-09-05T03:51:54","date_gmt":"2017-09-05T03:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=30"},"modified":"2022-03-14T13:49:58","modified_gmt":"2022-03-14T13:49:58","slug":"dances-with-wolves","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=30","title":{"rendered":"Dances with Wolves"},"content":{"rendered":"<p>Der erste Morgen in der neuen Welt k\u00f6nnte fr\u00fch beginnen, zu fr\u00fch, wie wir uns gemeinschaftlich entscheiden und so beschlie\u00dfen wir, doch noch nicht um f\u00fcnf Uhr aufzustehen, auch wenn es der Jet Lag eigentlich m\u00f6glich machen w\u00fcrde. L\u00e4nger wie weitere zwei Stunden halten wir es aber nicht aus, Carpe Diem haben wir uns auf die Fahnen geschrieben und verlassen unsere Unterkunft nach einer erfrischenden Dusche zu dem Zweck, uns einen sch\u00f6nen Platz f\u00fcr unser Fr\u00fchst\u00fcck zu suchen. El Segundo hatte den Zuschlag f\u00fcr die erste Unterkunft unserer Reise bekommen, weil dieser Vorort von Los Angeles eigentlich eine sch\u00f6ne Strandpromenade samt reichhaltiger Gastronomie aufweisen soll, gefunden haben wir sie an diesem Morgen leider aber nicht. Statt dessen stehen wir erst mal vor einem noch geschlossenen Strandcafe, dem einzigen weit und breit. Ich bin ja grunds\u00e4tzlich so, dass mir solche Suchaktivit\u00e4ten noch vor dem ersten Kaffee am Morgen grunds\u00e4tzlich tierisch auf den Zeiger gehen und ich muss mich schon etwas beherrschen, um das meine anderen Herdentiere nicht gleich merken zu lassen. Ich muss aber nicht wirklich lange leiden, wir finden dann doch recht schnell im n\u00e4chsten Ort ein kleines Fr\u00fchst\u00fcckscafe mit ansprechender Fr\u00fchst\u00fcckskarte und f\u00fcr amerikanische Verh\u00e4ltnisse wirklich genie\u00dfbarem Kaffee.<\/p>\n<p>Danach machen wir uns noch an den kurzen Abstieg zum Manhatten Beach, vorbei an lauter kleinen und schnuckeligen H\u00e4uschen, Feriendomizile vermutlich, und beim Anblick des Pazifiks gibt es f\u00fcr das Herdenbaby dann sowieso kein Halten mehr, Schuhe aus und rein. Leider bleibt insgesamt nur ganz wenig Zeit, durch das Reservierungsproblem haben wir jetzt zwei Stunden weniger Zeit f\u00fcr am Strand abh\u00e4ngen und suchen also z\u00fcgig unser Auto auf um Richtung Osten, genauer gesagt in Richtung Palm Springs aufzubrechen.<\/p>\n<p>Unser erstes Ziel ist das Wolf Mountain Sanctuary, eine privat betriebene Auffangstation f\u00fcr W\u00f6lfe aus ganz Nordamerika. Ich hatte am Vortag beim Telefonat mit den Betreibern der Einrichtung eher den Eindruck gewonnen, dass hier alles sehr kommerziell ausgerichtet sein w\u00fcrde und hatte schon meine Zweifel, ob das Erlebnis bei meinen Reisebegleitern den erhofften Impact haben w\u00fcrde, meine Sorgen erwiesen sich aber als unbegr\u00fcndet. Die Betreiber waren sehr freundlich und nahmen sich sehr viel Zeit f\u00fcr uns. Wir konnten sehr viele tolle Bilder von und mit den W\u00f6lfen machen und die Tiere haben sogar bei mir, der sonst eher zur\u00fcckhaltend ist, wenn es um nicht in Freiheit lebende Lebewesen geht, gro\u00dfen Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Nach knapp zwei Stunden machen wir uns wieder auf den Weg, weiter Richtung Palm Springs bzw. unserem Tagesziel Palm Desert, einem weniger versnobten Vorort, den in Palm Springs regieren die meist etwas betuchteren Golfspieler und die Unterk\u00fcnfte sind &#8211; bei gleicherma\u00dfen mittelm\u00e4\u00dfigem Standard wie anderswo &#8211; deutlich zu teuer. <\/p>\n<p>Auf dem Weg zu unserer Unterkunft erleben wir noch ein Naturschauspiel der besonders eindr\u00fccklichen Art. Mitten in der kalifornischen W\u00fcste geht pl\u00f6tzlich ein derart heftiger Regenschauer nieder, dass sowohl wir als auch zahlreiche andere Fahrzeuge erst mal am Stra\u00dfenrand halt machen um abzuwarten, bis man wieder einigerma\u00dfen Sicht durch die Windschutzscheibe hat. In weniger als f\u00fcnf Minuten werden die neben den Stra\u00dfen laufenden Arroyos zu kleinen B\u00e4chen und auf den Stra\u00dfen steht das Wasser schnell richtig hoch, so dass man sich erst mal \u00fcberlegt, ob man da mit dem Auto so einfach durchfahren kann, ohne gleich die Bodenhaftung zu verlieren. Nach wenigen Minuten ist dann aber alles auch schon wieder vorbei und schon wenige Meilen weiter hat der Boden keinen einzigen Tropfen Regen abbekommen.<\/p>\n<p>Wir logieren diesmal im Comfort Inn &amp; Suites, und obwohl es am Vortag noch hie\u00df, man k\u00f6nne dort keine Reservierung von uns finden, verl\u00e4uft der Check in ganz unkompliziert. Unser Zimmer hat den erwarteten amerikanischen Standard an Gr\u00f6\u00dfe und Ausstattung, es gibt diesmal auch f\u00fcr jeden ein ordentliches Bett. Das vermisste Gep\u00e4ckst\u00fcck ist leider nat\u00fcrlich noch nicht eingetroffen, was mich erst mal dazu zwingt, ein weiteres Telefonat mit KLM zu f\u00fchren anstatt mich vor dem Abendessen erst mal noch im Pool etwas zu erfrischen. Bei KLM ist man eher etwas ratlos, der Typ am anderen Ende nuschelt so derma\u00dfen, dass ich ihn wirklich kaum verstehen kann. Ich nehme aus dem Gespr\u00e4ch mit, dass der Koffer um 17:30 Uhr, also zeitgleich mit unserer Ankunft im Hotel auf die Reise gegangen sein soll, das Zeitfenster f\u00fcr die Auslieferung liegt bei 12 Stunden. Demnach m\u00fcsste der Koffer irgendwann im Laufe der Nacht hier eintreffen, sp\u00e4testens aber bis zum n\u00e4chsten Morgen sollte er hier im Hotel stehen. Unsere Rezeptionistin, eine Frau Zimmermann, die sehr viel Anteil an unserer Geschichte nimmt verspricht uns, sich sofort zu melden, wenn das Gep\u00e4ckst\u00fcck eintrifft, und wir machen uns auf den Weg ins Fresh Agave, einen im Netz viel gepriesenen Mexikaner, bei dem ich schon von zu Hause aus einen Tisch reserviert hatte. Dass das keine schlechte Idee war, zeigen die vielen Menschen, die sich im Eingangsbereich tummeln und auf einen freien Tisch warten. Leider warten aber auch wir erst mal eine Weile, denn man hatte unseren Tisch irrt\u00fcmlich f\u00fcr den Vortag reserviert. Ja, irgendwie hakt es diesmal anf\u00e4nglich noch ein bisschen mit so einigem.<\/p>\n<p>Das Essen im Fresh Agave ist wirklich sehr gut, auch die Cocktails m\u00fcssen sich nicht verstecken. Die f\u00fcr mexikanische Restaurants aber scheinbar unvermeidbar hohe Lautst\u00e4rke tr\u00fcbt den Gesamteindruck aber ein wenig, und so verzichten wir auch auf ein Dessert oder eine weitere Runde an Getr\u00e4nken und fahren zur\u00fcck ins Hotel. Wir vereinbaren noch, dass man uns bitte anrufen soll, wenn der Koffer eintrifft, egal zu welcher Zeit, und fallen dann um kurz nach zehn in unsere Betten.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Morgen in der neuen Welt k\u00f6nnte fr\u00fch beginnen, zu fr\u00fch, wie wir uns gemeinschaftlich entscheiden und so beschlie\u00dfen wir, doch noch nicht um f\u00fcnf Uhr aufzustehen, auch wenn es der Jet Lag eigentlich m\u00f6glich machen w\u00fcrde. 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