{"id":71,"date":"2017-09-22T04:12:01","date_gmt":"2017-09-22T04:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=71"},"modified":"2017-09-22T04:12:01","modified_gmt":"2017-09-22T04:12:01","slug":"if-youre-going-to-san-francisco-you-should-wear-a-windjacke-18-19-09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blindfish-and-sheep.de\/?p=71","title":{"rendered":"If you&#8217;re going to San Francisco, you should wear a Windjacke (18. \/ 19.09.)"},"content":{"rendered":"<p>Unser Abschied von Groveland, dem Yosemite Rose und seiner Betreiberfamilie dauert lange, sehr lange. Zuerst lassen wir uns mal viel Zeit mit dem Fr\u00fchst\u00fcck, au\u00dfer uns sind nur noch zwei weitere Paare als G\u00e4ste im B&amp;B und das sind meist die Konstellationen f\u00fcr gegenseitiges Ausfragen \u00fcber Herkunft und weitere Reiseziele, so auch an diesem Morgen. Zudem ist auch Don schon auf den Beinen und in H\u00f6chstform dabei, jedem von dem &#8222;amazing man&#8220; zu berichten, den er gerade in seinem Haus zu Gast hat. Auch wenn ich pers\u00f6nlich etwas M\u00fche mit dieser f\u00fcr mich weitaus \u00fcbertriebenen Sicht auf meine eigene Person habe, wenn er es so sieht, soll es mir recht sein. Vielleicht werden wir so ja eher als potentielle Kandidaten f\u00fcr die \u00dcbernahme des Familienbetriebs in Erw\u00e4gung gezogen, z\u00f6gern w\u00fcrden wir sicherlich nicht.<\/p>\n<p>Als ich das Auto schon mit unserem Gep\u00e4ck belade, kommt Don noch mal mit raus und wir reden wieder eine halbe Stunde \u00fcber dies und das, im Anschluss gibt es wieder Hugs und ich muss unbedingt noch mal mit nach drinnen kommen, wo der Rest in der Familie in der K\u00fcche rotiert. Erst als seine Frau von drau\u00dfen so laut nach ihm ruft, dass auch der schwerh\u00f6rige Don es h\u00f6ren muss, sieht er ein, dass es jetzt Zeit wird, dass alle ihrer Wege gehen. Wie beim letzten Mal bis zum Schluss winkend steht er in seiner Zufahrt und verabschiedet uns nach San Francisco, wo, wie er dem Schafi vorher mehrfach eindr\u00fccklich erl\u00e4utert hat, man h\u00f6llisch aufpassen muss wegen der vielen Einbahnstra\u00dfen und aller anderen Gefahren einer so verr\u00fcckten Stadt.<\/p>\n<p>Am Vorabend wurde uns erkl\u00e4rt, dass es sich bei San Francisco um eine sogenannte Sanctuary City handelt, eine Stadt, in der es scheinbar einen besonderen Schutz f\u00fcr Immigranten vor Strafverfolgung durch die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rden gibt, ein Konzept, das mir so noch nicht bekannt war und dessen Hintergr\u00fcnde ich bei n\u00e4chster Gelegenheit noch mal googeln muss.<\/p>\n<p>Der Weg in die Stadt verl\u00e4uft &#8211; abgesehen vom starken Verkehr &#8211; eher unspektakul\u00e4r, vorbei an zahlreichen Obstplantagen. Auch in der Stadt bleibt uns diesmal ein nervenaufreibender Ritt \u00fcber die H\u00fcgel von San Francisco erspart, unser Hotel, das Fusion, ist nur ca. vier Turns vom Highway entfernt, daneben befindet sich &#8211; wie vorher recherchiert &#8211; eine noch halbwegs erschwingliche 24\/7-Parkgarage, wo unser kleiner f\u00fcr 36 $ am Tag sicher unterkommt.<\/p>\n<p>Das Zimmer im Fusion ist gr\u00f6\u00dfer als erwartet, allerdings empf\u00e4ngt es uns mit einem unangenehmen Geruch nach Essig oder etwas \u00e4hnlichem. Allerdings ist es sauber.<\/p>\n<p>Da wir bei unserem letzten Besuch nur zwei Stra\u00dfen weiter Richtung Pazifik gewohnt haben, finde ich mich noch ziemlich gut zurecht und wir landen gleich in Chinatown. Neben einigen der zahlreichen kleinen L\u00e4den steht hier endlich auch mal ein Besuch einer Eastern Bakery auf dem Programm und ich bekomme endlich zwei der von mir so sehr geliebten Moon Cakes. Leider sehen wir zu sp\u00e4t, dass sie in der B\u00e4ckerei jede Menge verschiedentlich gef\u00fcllter Exemplare anbieten, ich h\u00e4tte sonst gleich noch mal ein paar mehr mitgenommen.<\/p>\n<p>Wir setzen unseren Weg fort, weiter Richtung Norden, hinunter zu den Piers. Am Pier 39 gibt es dann erst mal einen sp\u00e4ten Lunch, bestehend aus den \u00fcberall erh\u00e4ltlichen deep fried Calamaris und einem Fischsandwich. Danach folgt ein Besuch im Hard Rock Caf\u00e9, bevor wir uns auf den Weg zum Pier 33 machen, wo in K\u00fcrze die vorgebuchte Tour zum Abendrundgang durch Alcatraz startet. Leider ist es heute sehr windig und schon fast k\u00fchl, kein Vergleich zu unserem letzten Besuch, die \u00dcberfahrt mit der F\u00e4hre bietet daher heute auch nicht so viele sch\u00f6ne Ausblicke auf die Golden Gate Bridge und die Skyline von San Francisco. Auf der Knastinsel begeben wir uns gleich auf die Audiotour, ich h\u00f6re sie mir diesmal auch in Deutsch an, weil ich herausfinden m\u00f6chte, ob sie in der \u00dcbersetzung auch so eine atmosph\u00e4rische Dichte mitbringt, wie das englische Original. Wie erwartet ist es den Machern aber nicht anz gelungen, die Originalkommentare wirken einfach authentischer als die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut gelungene \u00dcbersetzung. Leider f\u00e4llt uns gleich noch etwas auf, der Audiorundgang wurde in den letzten Jahren wohl stark komprimiert und dauert jetzt nur noch 45 Minuten. In der Version, die wir noch 2011 zu h\u00f6ren bekamen, waren wesentlich mehr Details enthalten, schade eigentlich. Nach dem Rundgang, der aufgrund der vielen anderen G\u00e4ste diesmal auch ziemlich unruhig war, m\u00f6chten wir uns noch das Feature zu Murder on the Rock \u00fcber einen sehr gewaltt\u00e4tigen Insassen mit anschlie\u00dfender Demonstration der Schliessanlage anh\u00f6ren. Die Beitr\u00e4ge des Park Rangers sind f\u00fcr meine beiden Mitreisenden so gut wie nicht zu verstehen, zu schnell und gehetzt erz\u00e4hlt der Ranger die Geschichte eines armen Kerls aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen, der \u00fcberall nur angeeckt ist, bis er nach einer schon sehr gewaltt\u00e4tigen Zeit bei der Army schlie\u00dflich in Alcatraz landete, wo er am Ende einen Mith\u00e4ftling ermordete. Erst nach der Verlegung in eine Resozialisierungseinrichtung wurde aus dem Mann ein geradezu musterg\u00fcltiger Christ und Familienvater. Bis hier hin vielleicht noch etwas zu banal, der Schlu\u00dfkommentar des Rangers, dass man Geschichten wie diese zum Anlass nehmen sollte, die Politik der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden in den USA mal unter die Lupe zu nehmen und ggf. anzupassen, verwundert uns dann doch ein bisschen, ebenso, dass die angek\u00fcndigte Demonstration der Schliessanlage heute wohl kommentarlos entf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck an Land entdecken wir einen der markanten Unterschiede zwischen San Francisco und Las Vegas vor dem Hintergrund amerikanischer Gro\u00dfst\u00e4dte. Wenn in Las Vegas um 22:00 Uhr viele erst ihre Hotelzimmer verlassen, um sich &#8211; ganz egal ob am Wochenende oder unter der Woche &#8211; ins Nachtleben zu st\u00fcrzen, ist in San Francisco um diese Zeit auch in einem belebten Touristenviertel wie der Fishermans Wharf schon Schicht im Schacht. Nat\u00fcrlich sind ein paar der besseren Lokale noch immer ge\u00f6ffnet, aber f\u00fcr den hungrigen Knastr\u00fcckkehrer gibt es im Bereich Street Food nur noch das, was man sich jetzt mit den M\u00f6ven teilen m\u00fcsste, und da die hier ziemlich fett und sicher auch sehr energisch sein k\u00f6nnen, gehen wir lieber hungrig zur\u00fcck ins Hotel und essen was von unseren Vorr\u00e4ten, darunter ein gar k\u00f6stliches St\u00fcck Moon Cake f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Unser zweiter Tag in San Francisco beginnt mal wieder fr\u00fch, nicht zu fr\u00fch, wie wir herausfinden, denn das von uns ausgew\u00e4hlte Fr\u00fchst\u00fcckscaf\u00e9 nahe unseres Hotels f\u00fcllt sich nach unserem Eintreffen fast schlagaritg bis auf den letzten Platz. So gest\u00e4rkt wollen wir uns mit der Cable Car auf den Weg hinunter an den Pazifik machen, wo wir die Stadtrundfahrt mit Big Bus Tours beginnen wollen. Leider ist der Zug, auf den wir ohnehin schon ziemlich lange warten m\u00fcssen schon so voll, dass wir als Einstiegspunkt f\u00fcr die Fahrt den nahegelegenen Union Square ausw\u00e4hlen. Beim Anblick unserer PrintHome Tickets von GetYourGuide herrscht zun\u00e4chst allgemeine Verwirrung bei den diversen Mitarbeitern der Tourbusbetreiber. Mit &#8222;Is this our company?&#8220; h\u00e4lt jeder dem anderen mal einen Voucher unter die nase und alle kucken sich nur an. Auf die Idee, einfach mal mit einem Barcode-Scanner den QR-Code zu scannen und zu validieren kommt erst der Supervisor, der seinen Titel daher scheinbar zu recht tr\u00e4gt. Als wir endlich unsere Legitimit\u00e4t best\u00e4tigt haben und nicht weiter als blinde Passagiere gelten (oh, das ist witzig!), sind alle Pl\u00e4tze auf dem Oberdeck schon belegt und wir finden nur im dunklen Innenraum des Busses noch einen Platz. Wir fahren erst mal mit bis zum \u00dcbergang zur Sausalito Loop, ich wollte gerne der Ansiedlung von Hausbooten dort mal einen Besuch abstatten. Der Bus f\u00e4hrt aber nur durch Downtown, wo wir zwar aussteigen und ein bisschen umherschlendern, was aber, abgesehen von recht teuren Boutiquen, nicht so viel zu bieten hat. Die Hausboote sehen wir erst, als wir mit dem Bus wieder zur\u00fcckfahren, dort ist aber kein extra Stop eingeplant. Schon komisch, wie hier manchmal gewichtet wird, ist doch diese Ansiedlung von Hippies und sonst wie \u00fcbrig gebliebenen das, was man im Netz als erstes findet, wenn man sich \u00fcber diesen Vorort von San Francisco informiert.<\/p>\n<p>Wir absolvieren eine weitere halbe Runde mit dem Bus, was angesichts der Verkehrslage hier eine wirklich zeitraubende Angelegenheit ist. K\u00fcnftig w\u00fcrde ich hier lieber selbst eine Route der relevanten Sehensw\u00fcrdigkeiten erstellen und dann jeweils ein Uber oder Lyft rufen, um den Transport von A nach B zu \u00fcbernehmen, das wird dann in der Summe auch nicht mehr kosten, wie die Tickets f\u00fcr den Bus. Diesmal k\u00f6nnen wir aber sch\u00f6n oben in der Sonne sitzen, San Francisco zeigt sich heute von seiner eher einladenden Seite, der Himmel \u00fcber der Stadt ist nahezu wolkenlos. Wieder zur\u00fcck an den Piers statten wir erst mal den Seel\u00f6wen einen Besuch ab. Im Sea Lion Center wollen wir uns erkl\u00e4ren lassen, was es mit den Tieren auf sich hat, erfahren aber, dass man es eigentlich auch nicht so genau wei\u00df. Irgendwann nach dem gro\u00dfen Erdbeben von 1989 waren die Tiere pl\u00f6tzlich da, die bis dahin auf einer weiter vorgelagerten Insel beheimatet waren. Die Pier-Verwaltung wollte sie zun\u00e4chst entfernen lassen, angesichts ihres Status als Besuchermagnet durften sie aber bleiben und haben inzwischen einen festen Platz als Attraktion.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Ziel ist Height Ashbury, ein sehr alternatives Viertel mit viel Second Hand und Vintage in den L\u00e4den und einer \u00fcberall umherwabernden Wolke, die man sonst so nur beim Umherstreifen in Amsterdam kennt. Von hier aus nehmen wir nach einem ausgiebigen Streifzug und einem g\u00fcnstigen Lunch in einem mexikanischen Restaurant einen der letzten Busse zur\u00fcck zur Basis, wo wir dann auf einen Bus f\u00fcr die n\u00e4chtliche Panoramafahrt umsteigen wollen.<\/p>\n<p>Wir bekommen einen Platz auf dem Bus um 19:30 Uhr, das angek\u00fcndigte Panorama beschr\u00e4nkt sich aber eher auf beleuchtete Stra\u00dfenschluchten, die der Bus angesichts des dichten Feierabendverkehrs \u00fcberwiegend im Schritttempo durchschleicht. Gegen Ende fahren wir noch \u00fcber eine endlos lang wirkende zweigeschossige Br\u00fccke, in deren von den Verstrebungen gebildeten Unterst\u00e4nden ganze Horden von Obdachlosen ihre Behausungen errichtet haben. Nach einem Stop auf einem Parkplatz mit Ausblick auf das beleuchtete n\u00e4chtliche San Francisco geht es zur\u00fcck zu den Piers.<\/p>\n<p>Ich wollte f\u00fcr unser Dinner heute gerne noch mal Richtung Chinatown in eines der \u00fcber hundert Restaurants dort, angesichts der schwindenden Gesundheit vom Schafi und weil eigentlich auch keiner so richtig Hunger hat, gibt es eine Plan\u00e4nderung und wir schneien nur kurz beim Superb\u00e4cker Boudin rein, um uns dort eine Pizza zu holen, die wir uns dann teilen k\u00f6nnen. Hier h\u00e4tten wir uns dann aber doch deutlich mehr erwartet, die Pizza f\u00fcr 12 $ hat die gr\u00f6\u00dfe einer geschrumpften Version eines Pendants von Wagner und schmecken tut sie auch nicht besser. Keine Ahnung, womit dieser Laden so ber\u00fchmt geworden ist.<\/p>\n<div id=\"geo-post-71\" class=\"geo geo-post\" style=\"display: none\"><span class=\"latitude\">37.7793722<\/span><span class=\"longitude\">-122.418421<\/span><\/div><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Abschied von Groveland, dem Yosemite Rose und seiner Betreiberfamilie dauert lange, sehr lange. 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